Ausstellung

Fabelhaft - Die Bildwelt der Ilse Willers

02. Juni bis 11. Juli 2021

Öffnungszeiten: Mittwoch -Sonntag, 11-17 Uhr

Eintritt: Zahl, was es dir wert ist!

Ilse Willers wurde 1912 in Galbrasten/Ostpreußen geboren. Nach ihrem Abitur in Insterburg studierte sie zunächst ein Semester in Berlin, bevor sie ihr Studium an der Kunstakademie in Königsberg fortsetzte. Nach ihrer Vertreibung aus Ostpreußen ließ sie sich in Norddeutschland nieder und bildete sich künstlerisch beständig weiter, u.a. lernte sie im Rahmen der Sommerakademie Salzburg bei Oskar Kokoschka (Malerei) und Johnny Friedländer (Farbradierung). Zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen konnte sie realisieren, zwischen 1973 und 1980 war sie auf internationalen Kunstmessen wie Basel, Frankfurt, Düsseldorf und Köln vertreten. 1995 wurde ihr in Hamburg der Arnold-Fiedler-Preis verliehen.
Zunächst widmete sich Ilse Willers vorrangig der Grafik. Die Wahl der Motive ist weder abstrakt noch ist sie wirklich gegenständlich: Ilse Willers schafft einen ganz eigenen, phantastischen Raum mit antropomorphen, also vermenschlichten, Wesen, fremdartigen Gestalten und Gestirnen. „In meiner Graphik gibt es verschiedene Zyklen: Muschelvenus, Kosmos, Vogel- und Insektenmaschinen, Phantome und Phänomene. Bei meinen Darstellungen mit den antropomorphen Gestalten, beziehungsweise Knochengerüsten und Inneres habe ich nicht an Negatives und Destruktives, was den Menschen anbelangt, gedacht, ich wollte keinen Verfall oder Überbleibsel aufdecken“ beschreibt die Künstlerin ihre fabelhaft anmutende Bildwelt.
Erst später widmete sich Ilse Willers auch der Ölmalerei, wobei sich zunächst bei der Motivwahl kaum Unterschiede abzeichneten. Erst ab den 80er Jahren fand sie zu ihrem ganz eigenen Stil in der Malerei und schuf „Landschaften der Stille“, wie der Kunsthistoriker Jürgen Weichardt sie nannte. Und tatsächlich finden sich hier zum Beispiel stimmungsvolle Wattlandschaften.
Ein dritter Bereich, der in der Drostei nur am Rande abgebildet werden kann, ist der der Theaterzeichnung. In den 60er Jahren entstanden immer wieder sogenannte „Theaterskizzen“, die Ilse Willers, in der ersten Reihe sitzend, im Thalia Theater anfertigte. Warum dieser Komplex hier dennoch Erwähnung findet: Die Fähigkeit zur Phantasie, zum Erfassen von Zwischentönen und ihre gekonnte Umsetzung in Zeichnung oder Malerei, zieht sich durch das gesamte Werk der Künstlerin. Eindrucksvolle Beispiele dieser Theaterskizzen sind in der Ausstellung in einem antiquarisch erworbenen Bildband zu betrachten. Aber auch einige wenige Holzschnitte, deren Ursprung sicher in der einen oder anderen Skizze zu sehen ist, werden in der Ausstellung gezeigt.

Hier können Sie sich ein kleines Video zur Ausstellung angucken:
https://youtu.be/i8nT-a_x2u4